16.10. - 18.10.26

Wochenend-Tagung
Citizen Science, Artenvielfalt und Naturschutz

Historische Sternwarte Göttingen

Vernetzen| Austauschen| Lernen

Erstmals organisiert die Naturschutzbiologie der Universität Göttingen eine Tagung, bei der interessierte Bürger*innen, aktive Menschen aus Vereinen, Verwaltungen und Verbänden, sowie Studierende und Wissenschaftler*innen zusammenkommen. Sei auch du dabei!

Lass dich inspirieren von Menschen und ihren Themen. Diskutiere mit bei Tischrunden und einer Podiumsdiskussion. Nimm an Praxis-Workshops und Exkursionen teil.

Für Verpflegung ist gesorgt. Die Plätze für die Veranstaltung, insbesondere für die thematischen Workshops (siehe untenstehendes Programm), sind begrenzt.

Jetzt anmelden und kostenlos teilnehmen. Anmeldeschluß: 31.7.

Fragen an: info@fokus-vielfalt.de

 

Auf der Karte ist der zentrale Tagungsort in der Historischen Sternwarte und im angrenzenden Tagungszentrum abgebildet (1-7). Der Abendvortrag des ersten Tages findet im Großen Hörsaal in der Unteren Karpüle 2 statt (8), ein Workshop am Samstag in der Bürgerstraße 50 (13). Exkursionsorte sind in Stadt und Umland vermerkt (9-12).

    FREITAG

    16. Oktober

    Ankommen (Orte 4, 5)

    11:00 - 12:35 Uhr

    Registrierung, Snacks und Getränke

    Eröffnung (1)

    12:50 - 13:15 Uhr

    Grußworte, Programmübersicht

    zurück zum Programm

    Keynote-Vortrag: Heterogenität in der Vogelartenkenntnis (1)

    13:15 - 14:15 Uhr

    – Zusammenhänge, Veränderungen und ein spezieller Blick auf Birder.

     

    Prof. Dr. Christoph Randler, Tübingen

    „Birden“, also die Vogelbeobachtung, erfreut sich neuer Beliebtheit – einst als angestaubtes Altherrenhobby verpönt, ist aktuell der Zulauf bei jungen Leuten enorm. Und natürlich ist eine gewisse Artenkenntnis Voraussetzung für erfolgreiche Vogelbeobachtung und lange Artenlisten. Der Biologiedidaktik-Professor Christoph Randler erläutert in seinem Vortrag Änderungen in der Vogelartenkenntnis, illustriert Zusammenhänge und geht auch auf die Psyche von Birdern ein – unterhaltsame Momente sind garantiert!

    zurück zum Programm

    Workshop: Tischrunde - Kennenlernen und Austauschen (5)

    14:30 - 18:45 Uhr

    Themen: Artenkenntnis(-ausbildung), Biodiversitäts-Monitoring, praktischer Naturschutz

    u.a. Dr. Theresa Warnk, Monitoringzentrum zur Biodiversität und Bundesamt für Naturschutz; Malika Groß, BUND und Ralf Schulte, NABU

    Welche Naturschutzthemen sind aktuell prioritär? Wo kann ich mich einbringen? Wo gibt es Gleichgesinnte? Welche lokalen und bundesweiten Initiativen im Bereich Citizen Science, Artenkenntnis und praktischer Naturschutz gibt es? In lockerer Runde können die Workshopteilnehmenden sich mit Vertretern von Verbänden und Behörden austauschen, untereinander vernetzen und besser kennenlernen.

    zurück zum Programm

    Workshop: Rapid Game Design (6)

    14:30 - 18:45 Uhr

    Naturschutzthemen sichtbar gemacht

    Dr. Claudia Heindorf, Universität Kassel 

    Wer spielt mit? Im Workshop wird mit den Teilnehmenden ein Brettspiel entworfen. Ziel ist es, komplexe Naturschutz-Themen auf das Nötigste zu reduzieren und anschaulich darzustellen. So können Herausforderungen, Zusammenhänge und Abhängigkeiten sicht- und erfahrbar gemacht werden. Es wird in Kleingruppen gearbeitet. Das fertige Spiel kann am zweiten Symposiumstag in der „Tischrunde“ und den Pausen ausprobiert werden.

    zurück zum Programm

    Workshop: Motivieren für draußen (1, 7)

    14:30 - 18:45 Uhr

    Gruppenaktivitäten in der Natur

    Naema Schlagowski, Georg-August-Universität Göttingen und ehemals Arillus gGmbH

    Die Teilnehmenden bekommen einen Einblick in die Durchführung von Gruppenaktivitäten mit aktivierenden Methoden. Spaß und Begeisterung stehen im Mittelpunkt. Eine eigene Aktion wird für den folgenden Tag entwickelt und selbst angeleitet. Dieser Workshop richtet sich an Personen, die regelmäßig mit Gruppen arbeiten oder das in Zukunft wollen, zum Beispiel in der Umweltbildung.

    zurück zum Programm

    Workshop: Tierstimmen auswerten (2)

    14:30 - 18:45 Uhr

    – mit Recorder und KI

    Die Verwendung von autonomen Rekordern zur Aufnahme von Tierstimmen hat in den letzten Jahren enorm zugenommen. Die effektive Auswertung der Daten ist aber immer noch eine Herausforderung. Der Workshop bietet eine Einführung in Software, mit denen Lautäußerungen von Tieren, wie Vogelgesang, Fledermauslaute und Amphibienrufe, sichtbar gemacht und Arten identifiziert werden können. Anfänger und Fortgeschrittene können teilnehmen, es kann auch aktiv zugeschaut werden.

    zurück zum Programm

    Abendessen (4, 5)

    19:00 - 19:45 Uhr

    Abendvortrag: Besserwissen ist mein Beruf (8)

    20:15 - 21:15 Uhr

    – oder von der Liebe zum Detail und der Schönheit der Vielfalt

    Dr. Michael Schwerdtfeger, Alter Botanischer Garten Göttingen

    Detailverliebtes Hinschauen und Abbilden der Merkmale von Tieren und Pflanzen – Albrecht Dürer konnte das schon vor 500 Jahren. Heute leben wir im Zeitalter der „Pflanzenblindheit“, und durch Künstliche Intelligenz fallen die Grenzen von Richtig und Falsch, Echt und Erfunden. Darstellungen von Pflanzen und Tieren werden beliebig und austauschbar. Humorvoll betrachtet unser Referent biologische Darstellungen vom Mittelalter bis zum modernen Bild in Design, Produktwerbung und Tattoo.

    zurück zum Programm

    SAMSTAG

    17. Oktober

    Keynote-Vortrag: Wo Ökologie auf Erinnerung trifft (1)

    9:00 - 9:45 Uhr

    Historische Daten und wahrgenommene Veränderungen stimmen nicht überein

    Prof. Dr. Catalina Munteanu, Universität Innsbruck

    Im Laufe eines Menschenlebens und über Generationen hinweg verändern sich nicht nur Natur und Artenvielfalt um uns, sondern auch unsere Wahrnehmung dieser Prozesse. Catalina Munteanu beschäftigt sich mit Phänomenen wie „Shifting baselines“, also den Verlust von Erinnerung an frühere Referenzzustände. Sie geht in ihrem Vortrag der Frage nach, wie sich tatsächliche und wahrgenommene Veränderungen vergleichen lassen, und was der Verlust der Erinnerung an frühere, artenreichere (oder -ärmere?) Zeiten für den Naturschutz bedeutet.

    zurück zum Programm

    Vortrag: Citizen Science im Biodiversitätsmonitoring (1)

    9:45 - 10:15 Uhr

    Ein Blick aus dem Monitoringzentrum

    Dr. Theresa Warnk, Nationales Monitoringzentrum zur Biodiversität und Bundesamt für Naturschutz

    Jährlich werden Millionen Datensätze über Plattformen wie iNaturalist, observation.org und naturgucker gemeldet. Könnten sie für ein bundesweites Biodiversitätsmonitoring genutzt werden? Wo liegen Grenzen und Herausforderungen? Theresa Warnk gibt einen Überblick über die Aktivitäten des Monitoringzentrums und stellt aktuelle Strategien zur Nutzung von Citizen-Science-Daten vor.

    zurück zum Programm

    Podiumsdiskussion: Naturschutz mit dem Smartphone? (1)

    10:45 - 12:45 Uhr

    Geladene Gäste und Publikum debattieren

    Moderation: Axel Wagner, Wissenschaftsjournalist und Biologe

    Ob Bestimmungs-App, Beobachtungsmeldungen seltener Arten oder wissenschaftliche Analyse – das Smartphone ist aus dem Naturschutz längst nicht mehr wegzudenken, in der Forschung ebenso wie in der engagierten Bevölkerung. Welche Chancen und Risiken hat diese Art der Digitalisierung unserer belebten Umwelt? Unsere Gäste schildern interessante Erfahrungen und haben eine eigene Perspektive. Freu Dich auf eine spannende Diskussion und bring Dich selbst ein.

    zurück zum Programm

    Mittagspause (4, 5)

    13:00 - 13:45 Uhr

    Workshop: Tischrunde - Spielen, Kennenlernen und Austauschen (5)

    14:00 - 17:45 Uhr

    Brettspiele testen, offene Diskussionsrunde

    Rapid Game Design Team; Vertreter*innen aus Forschung, Lehre, Behörden und lokalen Verbänden

    Die Brettspiele aus dem Workshop des Vortags werden getestet. Außerdem laden wir zu einer offenen Diskussionsrunde ein. Freu dich auf anregende Gespräche mit spannenden Menschen. Es gibt an mehreren Tischen Raum für zentrale Themen der Tagung.

    zurück zum Programm

    Workshop: Kommunikationstraining Naturschutz (1, 2, 3)

    14:00 - 17:45 Uhr

    – überzeuge mit Deiner Botschaft!

    Axel Wagner, Wissenschaftsjournalist und Biologe

    Ob im Gespräch von Mensch zu Mensch, in den sozialen Medien, vor Auftraggebern oder in der Presse: guter Naturschutz braucht klare Botschaften. In diesem Training lernst Du in Teamarbeit und Einzelübungen worauf es ankommt, damit rüberkommt, was wichtig ist. Lerne Deine Stärken kennen und lass Dich von Kommunikations-Profis auf Dein nächstes Level begleiten.

    zurück zum Programm

    Workshop: Zeichenkurs (6)

    14:00 - 17:45 Uhr

    Insekten und andere Wirbellose

    Dr. Svenja Meyer, freischaffende Künstlerin

    Svenja Meyer, Biologin und Illustratorin, gibt dir in diesem Workshop einen schrittweisen Einblick in das Zeichnen von wirbellosen Tieren. Eigene Vorlagen, Objekte und Fotos können mitgebracht werden, es gibt aber auch vorbereitete Motive. Zeichenmaterial wird gestellt.

    zurück zum Programm

    Workshop: Citizen Science-Daten auswerten (13)

    14:00 - 17:45 Uhr

    Visualisierung und Analyse

    Prof. Dr. Johannes Kamp, Georg-August-Universität Göttingen

    Citizen Science-Apps und online-Datenbanken liefern enorme Mengen an Daten zu Vorkommen und Häufigkeit von Arten. Ein Schatz für Forschung, Planung und Naturschutz, der aber nicht einfach zu erschließen ist – zu divers sind mögliche Fehlerquellen. In diesem Workshop geben wir einen ersten Einblick in die Darstellung und Analyse von Daten zum Auftreten und der Häufigkeit von Tierarten. Anfänger und Fortgeschrittene können teilnehmen, es kann auch aktiv zugeschaut werden.

    zurück zum Programm

    Abschluß der Tagung (1)

    18:00 - 18:45 Uhr

    Zusammenfassung und Verabschiedung

    Abendessen (4, 5)

    19:00 - 20:00 Uhr

    Führung: Verborgenes Falterleben in der Nacht (7)

    ab 20:00 Uhr

    Lichtfang

    Ellyne Geurts, Georg-August-Universität Göttingen

    Nachtfalter sind unterschätzt: Kaum zu sehen, dennoch extrem artenreich, wichtig für die Pflanzenbestäubung und als Nahrung für Fledermäuse. Im Oktober sind zwar weniger Falter unterwegs als in warmen Sommernächsten, dafür kann man interessante farbliche Anpassungen an Herbstlaub studieren. Viele Arten können mit speziellen Lampen angelockt werden, manche auch mit Ködern, die faulendes Obst imitieren. Ellyne Geurts ist eine der besten Kennerinnen der mehr als 3000 Arten in Deutschland. Sie zeigt den Teilnehmenden Farben- und Formenvielfalt an zwei Lampenstandorten hinter der Historischen Sternwarte nach Anbruch der Dämmerung. Findet nur bei trockenem Wetter statt!

    zurück zum Programm

    SONNTAG

    18. Oktober

    Exkursion: Herbstlicher Vogelzug (9)

    8:00 - 10:30 Uhr

    Optische und akustische Vogelbestimmung

    Prof. Dr. Johannes Kamp, Georg-August-Universität Göttingen

    Jeden Herbst überqueren Millionen von Zugvögeln aus Skandinavien, Osteuropa und Russland Mitteleuropa. Göttingen liegt im Zentrum vieler Routen. Wir treffen uns auf dem Kerstlingeröder Feld, einem bekannten Aussichtspunkt zur Beobachtung durchfliegender Greif- und Singvögel. Bei gutem Wetter sind dort von August bis Oktober viele Arten an Flugbild, Formation und Rufen zu bestimmen.

    Erläuterungen zu den Rufen ziehender Singvögel geben den Erkenntnissen aus dem Tierstimmen-Workshop praktische Relevanz, und die Psychologie von „Birdern“ (siehe Keynote von Prof. Christoph Randler) wir am lebenden Objekt erfahrbar.

    zurück zum Programm

     

     

    Exkursion: Alter Botanischer Garten (10)

    10:00 - 11:00 Uhr

    Artenvielfalt aus nah und fern

    Dr. Michael Schwerdtfeger, Alter Botanischer Garten Göttingen

    Der Alte Botanische Garten Göttingen wurde 1736 gegründet und entwickelte sich zu einem Zentrum botanischer Forschung mit umfangreichen Sammlungen heimischer und exotischer Pflanzen. Historische Gewächshäuser zeugen bis heute von seiner langen Geschichte. Heute dient der Garten vor allem der Forschung und spielt eine wichtige Rolle in der biologischen Ausbildung. Gleichzeitig ist er eine grüne Oase, die Erholung bietet und Besucherinnen und Besuchern die Vielfalt der Pflanzenwelt näherbringt. Bei der Gartenführung wird der Kustos des Gartens Einblicke in die Entwicklung des Gartens und seiner Pflanzenbestände geben, die von Fachgärtner*innen und Ehrenamtlichen versorgt werden.

    zurück zum Programm

    Exkursion: Flagschiff Rebhuhn (11)

    10:00 - 12:30 Uhr

    Erfolgreicher Naturschutz in der Agrarlandschaft

    Lena Zander, Georg-August-Universität Göttingen

    Die Biodiversität der Agrarlandschaft schwindet am schnellsten – Grund ist eine starke Intensivierung der Landnutzung in den letzten Jahrzehnten. Gegensteuern ist möglich, aber nur Hand in Hand mit der Landwirtschaft. Diese Zusammenarbeit funktioniert in Göttingen schon lange, fokussiert auf die „Flaggschiffart“ Rebhuhn. Lena Zander erläutert den Exkursionsteilnehmer*innen praktisch, wie Hilfsmaßnahmen für Feldvögel und andere Arten um Göttingen umgesetzt werden, und vielleicht zeigen sich auch Rebhühner auf eigens für sie angelegten Blühflächen.

    zurück zum Programm

    Exkursion: 200 Jahre Artenvielfalt (12)

    10:00 - 12:30 Uhr

    Landnutzungswandel und Biodiversität um Göttingen

    Dr. Florian Goedecke, Georg-August-Universität Göttingen

    Wo ist auf alten Karten der ganze Wald? Am Beispiel des Göttinger Waldes werden Veränderungen bei Landnutzung und Artenvielfalt diskutiert. Was ist in den letzten 200 Jahren mit der Landschaft passiert? Für viele Menschen in der Stadt war die seither fortschreitende Bewaldung und der Siedlungsbau ein Segen. Auch für einige Tier- und Pfanzenarten. Welche Arten haben profitiert und welche haben verloren?

    Die Exkursion knüpft inhaltlich an den Vortrag von Prof. Dr. Catalina Munteanu an.

    zurück zum Programm

    Hier geht es zur Tagungsanmeldung über Limesurvey. Mit etwas Glück klappt es mit Teilnahme und Workshop-Wunsch. Die Ab- oder Zusage erhältst du im August.

    WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner