Selbstlernexkursion
Kletterpflanzen
Diese Selbstlernexkursion im Alten Botanischen Garten umfasst Artensteckbriefe und Audiodateien zu ausgewählten Kletterpflanzen mit unterschiedlichen Strategien.
Diese Selbstlernexkursion im Alten Botanischen Garten umfasst Artensteckbriefe und Audiodateien zu ausgewählten Kletterpflanzen mit unterschiedlichen Strategien.
Die Karte zeigt die Standorte der ausgewählten Falterpflanzen im Alten Botanischen Garten. Die letzte Art wird zukünftig auch angebaut.
Echium vulgare
Familie: Rauhblattgewächse – Boraginaceae
Merkmale: zweijährige, wintergrüne, krautige Pflanzen mit einer grundständigen Rosette und wechselständige Laubblättern, der Stängel ist stielrund und bis 90 cm hoch, die ganze Pflanze ist borstig behaart; die rosa Knospen werden zu blauen Blüten, die in einer Thyrse angeordnet sind und von Mai bis Oktober blühen, auch Staubblätter und Griffel sind rosa
Standort: magere Böden, gerne sandig, (halb)trocken
Nektarpflanze: 42 Falterarten, viele davon bedroht; Felsgeröllhalden-Eule (Dichagyris forcipula), Quendel-Bläuling (Pseudophilotes baton), Gelbe Acht (Colias hyale)
Raupenfutterpflanze: ca. 24 Raupenarten
Wildpflanze des Jahres 2026!
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Gewöhnlicher Natternkopf (Foto: Malin Ramswig)
Salvia pratensis
Familie: Lippenblüter – Lamiaceae
Merkmale: krautige, ausdauernde Pflanze; vierkantiger Stängel; lanzettliche Grundblätter; wenige gegenständige Stängelblätter; bis zu 1m lange Pfahlwurzel; blau-violette Lippenblüten mit Schlagbaummechanismus zur Pollenverbreitung
Standort: humoser, durchlässiger Boden; sonnig
Nektarpflanze: für mindestens 12 Falterarten
Raupenfutterpflanze: für 35 Raupenarten; u. a. Hausmutter (Noctua pronuba), Gammaeule (Autographa gamma), Kleines Nachtpfauenauge (Saturnia pavonia)

Wiesensalbei (Foto: Malin Ramswig)
Centaurea jacea
Familie: Korbblüter – Asteraceae
Merkmale: Flachwurzler; bis 80cm hoch; gestielte, elliptische Grundblätter; wechselständig; rau behaart; die ausgefransten Zungenblüten sind rosa; Blütezeit ist Juni bis September
Standort: Wiesen, Wegränder; nährstoffreiche, kalkhaltige Böden; Sonne/Halbschatten
Nektarpflanze: Kleiner Fuchs (Aglais urticae), Graubindiger Mohrenfalter (Erebia aethiops, gefährdet), Sechsfleck-Widderchen (Zygaena filipendulae)
Raupenfutterpflanze: Flockenblumen-Scheckenfalter (Melitaea phoebe, stark gefährdet), Grünwidderchen-Arten

Die Wiesenflockenblume ist nicht nur für Falter attraktiv (Foto: F. Goedecke).
Knautia arvensis
Familie: Geißblattgewächse – Caprifoliaceae
Merkmale: sommergrün, bis 80 cm hoch, gegenständige, fiederspaltige, matt graugrüne Laubblätter; aufrechter Stängel, abwärtsgerichtet behaart; Blütenstand mit bis zu 50 sehr kleinen Blüten, intensiver Duft, vormännlich → erst Öffnung der Staubblätter, später der Griffel
Standort: Wiesen, Weiden; nährstoffreiche Böden; sonnig; leicht im Garten kultivierbar
Nektarpflanze: für 52 Falterarten, u.a. Widderchen-Arten (Zygaenidae), Feuriger Perlmuttfalter (Fabriciana adippe), Maivogel (Euphydryas maturna, vom Aussterben bedroht)
Raupenfutterpflanze: für 19 Raupenarten, u.a. Zimtbär (Phragmatobia fuliginosa), Kräuter-Blütenspanner (Eupithecia subumbrata)

Lotus corniculatus
Familie: Schmetterlingsblüter – Fabaceae
Merkmale: zwischen 5 und 30 cm hoch, 5-zählig gefiederte Blätter; blüht gelb in doldigen Blütenständen, Einzelblüte 1-2 cm lang
Standort: Wiesen, Weiden, Wegränder
Nektarpflanze: insgesamt trinken und fressen mindestens 132 Insektenarten an ihm
Raupenfutterpflanze: Kurzschwänziger- (Cupido argiades), Geißklee- (Plebejus argus) und Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus), Grüner Zipfelfalter (Callophrys rubi), dazu kommen viele Eulenfalter und Spannerarten

Hauhechel-Bläuling Polyommatus icarus auf Gewöhnlichem Hornklee (Foto: Malin Ramswig)

Urtica dioica
Familie: Brennnesselgewächse – Urticaceae
Merkmale: ausdauernd krautig, 30-150 cm hoch, Blätter dunkelgrün, kreuzgegenständig, gestielt, herzförmig bis länglich eiförmig, am Rand grob gesägt, Stängel kantig, Pflanze ist übersät mit Brennhaaren; ab Juni unscheinbare Blüten in Rispen; zweihäusig, weibliche Rispen hängen nach der Blütezeit, männliche Rispen nach oben gerichtet
Standort: Fast überall, nährstoffreiche Standorte, Stickstoffzeiger
Raupenfutterpflanze: Admiral (Vanessa atalanta), Distelfalter (Vanessa cardui), C-Falter (Polygonia c-album), Brennnesselzünsler (Anania hortulata), Nessel-Schnabeleule (Hypena proboscidalis), Tagpfauenauge (Aglais io), Kleiner Fuchs (Aglais urticae), Landkärtchen (Araschnia levana)

Große Brennnessel Urtica dioica (Foto: Malin Ramswig)
Salix caprea
Familie: Weidengewächse – Salicaceae
Merkmale: Baum, bis zu 10 m hoch, Blätter samtig behaart, wechselständig, rundlich-elliptisch, kurze stumpfe Blattspitze, Borke grau, weißt rautenförmige Aufbrüche auf; Blüte vor dem Blattaustrieb im März, gelblich-grüne Kätzchen, zweihäusig
Standort: feuchte Standorte, aber auch an Waldlichtungen und Waldrändern, Pionierbaum
Nektarpflanze: Nektar und Pollen der Blüten wichtige Nahrungsquelle für überwinternde adulte (Edel-)Falter.
Raupenfutterpflanze: Kleines Nachtpfauenauge (Saturnia pavonia), Grosser Eisvogel (Limenitis populi), Kleiner Eisvogel (Limenitis camilla), Großer Schillerfalter (Apatura iris), Kleiner Schillerfalter (Apatura ilia)

Calluna vulgaris
Familie: Heidekrautgewächse – Ericaceae
Merkmale: Besenartiger Wuchs, bis 50 cm hoch, Blüten: rosa, 4mm groß, Blütezeit August bis Oktober
Standort: Heiden, Moore, magere Weiden und Kiefernwälder
Nektarpflanze: Komma-Dickkopffalter (Hesperia comma), Karden-Sonneneule (Heliothis viriplaca), verschiedene Bläulinge, Feuerfalter
Raupenfutterpflanze: Garten-Bläuling (Celastrina argiolus), diverse Eulenfalter, Spanner und Spinner

Origanum vulgare
Familie: Lippenblüter – Lamiaceae
Merkmale: 20-50 cm hoch, aufrecht, verzweigt, vierkantiger Stängel, Blätter eiförmig bis lanzettlich, kreuzgegenständig angeordnet, Pflanze insgesamt haarig, enthält ätherisches Öl und duftet; Blütezeit: Juli bis September, rosalila zwittrige Lippenblüten, endständig in Blütenständen, 2 lange Staubblätter ragen gut sichtbar aus der Kronröhre hervor, die 2 kurzen nicht; Klausenfrüchte
Standort: Waldrand, lichter Trockenwald, steinige Wegränder, Trockenrasen
Nektarpflanze: u.a. Dickkopffalter (Hesperis spec.), Schwalbenschwanz (Papilio machaon), Kohlweißling (Pieris brassicae), Kleines Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus), Goldzünsler (Pyrausta aurata)
Raupenfutterpflanze: Bläulinge (Lycaenidae), Purpurbär (Diacrisia)

Gewöhnlicher Dost Origanum vulgare (Foto: Malin Ramswig)

Gewöhnlicher Dost Origanum vulgare (Foto: Malin Ramswig)
Eupatorium cannabinum
Familie: Korbblüter – Asteraceae
Merkmale: ausdauernd krautig, Stängel aufrecht und oben verzweigt, bis 175 cm hoch, kurze Haare überziehen die Pflanze, Blätter am Rand gezähnt, erinnern an Handform mit 3-7 fingerähnlichen Blattfiedern; Blüte Juli bis September, Blüten rosa gefärbt, Gesamtblütenstand gewölbte Schirmrispe, zusammengesetzt aus vielen körbchenförmigen Teilblüten
Standort: Feuchte Wiesen, Gewässernähe, Waldränder
Nektarpflanze: sehr beliebt; u.a. Russischer Bär (Euplagia quadripunctaria), Kleiner Feuerfalter (Lycaena phlaeas),
Raupenfutterpflanze: Wasserdost-Goldeule (Diachrysia chryson), Hellbraune Bandeule (Noctua interjecta), Wasserdost-Federmotte (Adaina microdactyla)

Gewöhnlicher Wasserdost Origanum vulgare (Foto: Malin Ramswig)
Lythrum salicaria
Familie: Weiderichgewächse – Lythraceae
Merkmale: sommergrün, bis 80 cm hoch, gegenständige, fiederspaltige, matt graugrüne Laubblätter; aufrechter Stängel, abwärtsgerichtet behaart; Blütenstand mit bis zu 50 sehr kleinen Blüten, intensiver Duft, vormännlich → erst Öffnung der Staubblätter, später der Griffel
Standort: feucht; Seeufer, Flüsse, Sümpfe, niedriger Höhenlagen, warme Orte
Raupenfutterpflanze: ca. 19 Raupenarten, u.a. Weidenröschen-Blattspanner (Ecliptopera silaceata), Faulbaum-Bläuling (Celastrina argiolus)
Nektarpflanze: 30 Falterarten, u.a. Ameisenbläuling (Maculinea spec., stark gefährdet), Großer Feuerfalter (Lycaena dispar)

Gewöhnlicher Wasserdost Lythrum salicaria (Foto: Malin Ramswig)
Populus tremula
Familie: Weidengewächse – Salicaceae
Merkmale: bis 25 m hoch werdender Baum mit typisch im Wind flatternden, runden Blättern; Blüten sitzen in 5-10 cm langen Kätzchen
Standort: gewässernahe Standorte, aber auch trockene Böden
Nektarpflanze: –
Raupenfutterpflanze: Großer Eisvogel (Limenitis populi), Kleiner Schillerfalter (Apatura ilia), Nachtschwalbenschwanz (Ourapteryx sambucaria), Pappelspanner (Biston strataria) oder Hornissen-Glasflügler (Sesia apiformis)

Plantago lanceolata
Familie: Wegerichgewächse – Plantaginaceae
Merkmale: lanzettliche Blätter entspringen einer grundständigen Blattrosette; grün-bräunliche Blüten, 2-4mm lang, mit weit herausragenden Staubgefäßen, in einer 1-4 cm langen Ähre am Ende des unverzweigten, blattlosen Stängels angeordnet
Standort: nährstoffreiche Böden in sonnigen und halbschattigen Lagen
Nektarpflanze: nein, aber gutes Pollenangebot
Raupenfutterpflanze: Purpurbär (Diacrisia purpurata), Zimtbär (Phragmatobia fuliginosa), diverse Scheckenfalter

Sanguisorba officinalis
Familie: Rosengewächse – Rosaceae
Merkmale: bis 1,5 m hoch, gefiederte Blätter mit gezähnt eiförmigen Blättchen; Blüten dunkelrot bis violett, gelegentlich auch rosafarben, 1-3 cm lange Blütenstände von Juni bis August
Standort: Moor- und Bergwiesen mit feuchterem Boden, Auenstandorte
Nektarpflanze/Raupenfutterpflanze: Dunkler- (Phengaris nausithous) und Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Phengaris teleius)

Der seltene Dunkle Ameisenbläuling ist lebenslang am Großen Wiesenknopf zu finden (Foto: Sinja Zieger).

Auf artenreichen Mähwiesen kann der Große Wiesenknopf häufig sein, wenn die Bewirtschaftung nicht zu intensiv ist (Foto: Sinja Zieger).
https://de.wikipedia.org/wiki/Gew%C3%B6hnlicher_Wasserdost (Zugriff am 12/06/2025)
https://de.wikipedia.org/wiki/Sal-Weide (Zugriff am 11/06/2025)
https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fe_Brennnessel (Zugriff am 10/06/2025)
https://de.wikipedia.org/wiki/Oregano (Zugriff am 10/06/2025)
https://www.youtube.com/watch?v=BQL7KzSo88E&t=1363s Video, in dem die Sal-Weide erwähnt wird (Zugriff am 11/06/2025)
https://de.wikipedia.org/wiki/Wiesen-Flockenblume (25.06.2025)
https://www.naturadb.de/pflanzen/centaurea-jacea/ (25.06.2025)
https://de.wikipedia.org/wiki/Gew%C3%B6hnlicher_Blutweiderich (25.06.2025)
https://www.naturadb.de/pflanzen/lythrum-salicaria/ (25.06.2025)
https://de.wikipedia.org/wiki/Acker-Witwenblume (25.06.2025)
https://www.naturadb.de/pflanzen/knautia-arvensis/ (25.06.2025)
https://de.wikipedia.org/wiki/Gew%C3%B6hnlicher_Natternkopf (25.06.2025)
https://www.naturadb.de/pflanzen/echium-vulgare/ (25.06.2025)
https://de.wikipedia.org/wiki/Wiesensalbei (25.06.2025)
https://www.naturadb.de/pflanzen/salvia-pratensis/ (25.06.2025)
Was blüht denn da? Kosmos Verlag
Margot Spohn, Marianne Golte-Bechtle, Roland Spohn
Blüh- und Zwischenfruchtmischungen – Biodiversität im und am Acker
Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg
T.Würfel, I.Ghasemi, G.Schmitz, R.Kern, H.Volz
Buchquellen für Salix caprea, Origanum vulgare, Eupatorium cannabinum, Urtica dioica:
Bellmann, Heiko & Ulrich, Rainer (2016), Der Kosmos-Schmetterlingsführer, Stuttgart: Franckh-Kosmos-Verlags-GmbH & Co. KG.
Lüder, Rita (2009, 2018), Grundkurs Gehölzbestimmung. Eine Praxisanleitung für Anfänger und Fortgeschrittene, 3. Aufl., Wiebelsheim: Quelle & Meyer.
Schwarzer, Elke (2025), Richtig gute Pflanzen für Insekten. Die besten Blüten für maximal viele Bienen, Schmetterlinge & Käfer, Stuttgart (Hohenheim): Eugen Ulmer KG.
Settele, Prof. Dr. Josef (2015, 2025), Schmetterlinge. Die Tagfalter und Widderchen Deutschlands, Stuttgart (Hohenheim): Eugen Ulmer KG.
Schwerdtfeger, Dr. Michael (2024), Nonplusultrapflanzen. Meine 60 wertvollsten Pflanzen für den Insektengarten, Henstedt-Ulzburg: Gesellschaft zur Förderung der Gartenkultur e.V.