Selbstlernexkursion

Falterpflanzen

Diese Selbstlernexkursion im Alten Botanischen Garten umfasst Artensteckbriefe und Audiodateien (auf abspielen klicken) zu ausgewählten Raupen- und Nahrungspflanzen bedeutender Tag- und Nachtfalterarten. Folgende Karte zeigt Standorte der genannten Pflanzen an.

 

OSM-Karte:

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    Falterpflanzen im Alten Botanischen Garten

    1) Gewöhnlicher Natternkopf – Echium vulgare – abspielen

    2) Wiesensalbei – Salvia pratensis – abspielen

    3) Wiesenflockenblume – Centaurea jacea – abspielen

    4) Wiesenwitwenblume – Knautia arvensis – abspielen

    5) Gewöhnlicher Hornklee – Lotus corniculatus – abspielen

    6) Große Brennnessel – Urtica dioica – abspielen

    7) Salweide – Salix capraea – abspielen

    8) Besenheide – Calluna vulgaris – abspielen

    9) Gewöhnlicher Dost – Origanum vulgare – abspielen

    10) Gewöhnlicher Wasserdost – Eupatorium cannabinum – abspielen

    11) Blutweiderich – Lythrum salicaria – abspielen

    12) Zitterpappel – Populus tremula – abspielen

    13) Spitzwegerich – Plantago lanceolata – abspielen

    14) Großer Wiesenknopf – Sanguisorba officinalis – abspielen

    Gewöhnlicher Natternkopf

    Echium vulgare

    Familie: Rauhblattgewächse – Boraginaceae

    Merkmale: zweijährige, wintergrüne, krautige Pflanzen mit einer grundständigen Rosette und wechselständige Laubblättern, der Stängel ist stielrund und bis 90 cm hoch, die ganze Pflanze ist borstig behaart; die rosa Knospen werden zu blauen Blüten, die in einer Thyrse angeordnet sind und von Mai bis Oktober blühen, auch Staubblätter und Griffel sind rosa

    Standort: magere Böden, gerne sandig, (halb)trocken

    Nektarpflanze: 42 Falterarten, viele davon bedroht; Felsgeröllhalden-Eule (Dichagyris forcipula), Quendel-Bläuling (Pseudophilotes baton), Gelbe Acht (Colias hyale)

    Raupenfutterpflanze: ca. 24 Raupenarten

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    Wiesen-Salbei

    Salvia pratensis

    Familie: Lippenblüter – Lamiaceae

    Merkmale: krautige, ausdauernde Pflanze; vierkantiger Stängel; lanzettliche Grundblätter; wenige gegenständige Stängelblätter; bis zu 1m lange Pfahlwurzel; blau-violette Lippenblüten mit Schlagbaummechanismus zur Pollenverbreitung

    Standort: humoser, durchlässiger Boden; sonnig

    Nektarpflanze: für mindestens 12 Falterarten

    Raupenfutterpflanze: für 35 Raupenarten; u. a. Hausmutter (Noctua pronuba), Gammaeule (Autographa gamma), Kleines Nachtpfauenauge (Saturnia pavonia)

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    Wiesen-Flockenblume

    Centaurea jacea

    Familie: Korbblüter – Asteraceae

    Merkmale: Flachwurzler; bis 80cm hoch;  gestielte, elliptische Grundblätter; wechselständig; rau behaart; die ausgefransten Zungenblüten sind rosa; Blütezeit ist Juni bis September

    Standort: Wiesen, Wegränder; nährstoffreiche, kalkhaltige Böden; Sonne/Halbschatten

    Nektarpflanze: Kleiner Fuchs (Aglais urticae), Graubindiger Mohrenfalter (Erebia aethiops, gefährdet), Sechsfleck-Widderchen (Zygaena filipendulae)

    Raupenfutterpflanze: Flockenblumen-Scheckenfalter (Melitaea phoebe, stark gefährdet), Grünwidderchen-Arten

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    Centaurea jacea

    Wiesen-Witwenblume

    Knautia arvensis

    Familie: Geißblattgewächse – Caprifoliaceae

    Merkmale: sommergrün, bis 80 cm hoch, gegenständige, fiederspaltige, matt graugrüne Laubblätter; aufrechter Stängel, abwärtsgerichtet behaart; Blütenstand mit bis zu 50 sehr kleinen Blüten, intensiver Duft,  vormännlich → erst Öffnung der Staubblätter, später der Griffel

    Standort: Wiesen, Weiden; nährstoffreiche Böden; sonnig; leicht im Garten kultivierbar

    Nektarpflanze: für 52 Falterarten, u.a. Widderchen-Arten (Zygaenidae), Feuriger Perlmuttfalter (Fabriciana adippe), Maivogel (Euphydryas maturna, vom Aussterben bedroht)

    Raupenfutterpflanze: für 19 Raupenarten, u.a. Zimtbär (Phragmatobia fuliginosa), Kräuter-Blütenspanner (Eupithecia subumbrata)

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    Gewöhnlicher Hornklee

    Lotus corniculatus 

    Familie: Schmetterlingsblüter – Fabaceae

    Merkmale: zwischen 5 und 30 cm hoch, 5-zählig gefiederte Blätter; blüht gelb in doldigen Blütenständen, Einzelblüte 1-2 cm lang

    Standort: Wiesen, Weiden, Wegränder

    Nektarpflanze: insgesamt trinken und fressen mindestens 132 Insektenarten an ihm

    Raupenfutterpflanze: Kurzschwänziger- (Cupido argiades), Geißklee- (Plebejus argus) und Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus), Grüner Zipfelfalter (Callophrys rubi), dazu kommen viele Eulenfalter und Spannerarten

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    Große Brennnessel

    Urtica dioica

    Familie: Brennnesselgewächse – Urticaceae

    Merkmale: ausdauernd krautig, 30-150 cm hoch, Blätter dunkelgrün, kreuzgegenständig, gestielt, herzförmig bis länglich eiförmig, am Rand grob gesägt, Stängel kantig, Pflanze ist übersät mit Brennhaaren; ab Juni unscheinbare Blüten in Rispen; zweihäusig, weibliche Rispen hängen nach der Blütezeit, männliche Rispen nach oben gerichtet

    Standort: Fast überall, nährstoffreiche Standorte, Stickstoffzeiger

    Raupenfutterpflanze: Admiral (Vanessa atalanta), Distelfalter (Vanessa cardui), C-Falter (Polygonia c-album), Brennnesselzünsler (Anania hortulata), Nessel-Schnabeleule (Hypena proboscidalis), Tagpfauenauge (Aglais io), Kleiner Fuchs (Aglais urticae), Landkärtchen (Araschnia levana)

     

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    Salweide

    Salix caprea

    Familie: Weidengewächse – Salicaceae

    Merkmale: Baum, bis zu 10 m hoch, Blätter samtig behaart, wechselständig, rundlich-elliptisch, kurze stumpfe Blattspitze, Borke grau, weißt rautenförmige Aufbrüche auf; Blüte vor dem Blattaustrieb im März, gelblich-grüne Kätzchen, zweihäusig

    Standort: feuchte Standorte, aber auch an Waldlichtungen und Waldrändern, Pionierbaum

    Nektarpflanze: Nektar und Pollen der Blüten wichtige Nahrungsquelle für überwinternde adulte (Edel-)Falter.

    Raupenfutterpflanze: Kleines Nachtpfauenauge (Saturnia pavonia), Grosser Eisvogel (Limenitis populi), Kleiner Eisvogel (Limenitis camilla), Großer Schillerfalter (Apatura iris), Kleiner Schillerfalter (Apatura ilia)

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    Besenheide

    Calluna vulgaris

    Familie: Heidekrautgewächse – Ericaceae

    Merkmale: Besenartiger Wuchs, bis 50 cm hoch, Blüten: rosa, 4mm groß, Blütezeit August bis Oktober

    Standort: Heiden, Moore, magere Weiden und Kiefernwälder

    Nektarpflanze: Komma-Dickkopffalter (Hesperia comma), Karden-Sonneneule (Heliothis viriplaca), verschiedene Bläulinge, Feuerfalter

    Raupenfutterpflanze: Garten-Bläuling (Celastrina argiolus), diverse Eulenfalter, Spanner und Spinner

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    Gewöhnlicher Dost

    Origanum vulgare

    Familie: Lippenblüter – Lamiaceae

    Merkmale: 20-50 cm hoch, aufrecht, verzweigt, vierkantiger Stängel, Blätter eiförmig bis lanzettlich, kreuzgegenständig angeordnet, Pflanze insgesamt haarig, enthält ätherisches Öl und duftet; Blütezeit: Juli bis September, rosalila zwittrige Lippenblüten, endständig in Blütenständen, 2 lange Staubblätter ragen gut sichtbar aus der Kronröhre hervor, die 2 kurzen nicht; Klausenfrüchte

    Standort: Waldrand, lichter Trockenwald, steinige Wegränder, Trockenrasen

    Nektarpflanze: u.a. Dickkopffalter (Hesperis spec.), Schwalbenschwanz (Papilio machaon), Kohlweißling (Pieris brassicae), Kleines Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus), Goldzünsler (Pyrausta aurata)

    Raupenfutterpflanze: Bläulinge (Lycaenidae), Purpurbär (Diacrisia purpurata)

     

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    Gewöhnlicher Wasserdost

    Eupatorium cannabinum

    Familie: Korbblüter – Asteraceae

    Merkmale: ausdauernd krautig, Stängel aufrecht und oben verzweigt, bis 175 cm hoch, kurze Haare überziehen die Pflanze, Blätter am Rand gezähnt, erinnern an Handform mit 3-7 fingerähnlichen Blattfiedern; Blüte Juli bis September, Blüten rosa gefärbt, Gesamtblütenstand gewölbte Schirmrispe, zusammengesetzt aus vielen körbchenförmigen Teilblüten

    Standort: Feuchte Wiesen, Gewässernähe, Waldränder

    Nektarpflanze: sehr beliebt; u.a. Russischer Bär (Euplagia quadripunctaria), Kleiner Feuerfalter (Lycaena phlaeas),

    Raupenfutterpflanze: Wasserdost-Goldeule (Diachrysia chryson), Hellbraune Bandeule (Noctua interjecta), Wasserdost-Federmotte (Adaina microdactyla)

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    Blut-Weiderich

    Lythrum salicaria

    Familie: Weiderichgewächse – Lythraceae

    Merkmale: sommergrün, bis 80 cm hoch, gegenständige, fiederspaltige, matt graugrüne Laubblätter; aufrechter Stängel, abwärtsgerichtet behaart; Blütenstand mit bis zu 50 sehr kleinen Blüten, intensiver Duft,  vormännlich → erst Öffnung der Staubblätter, später der Griffel

    Standort: feucht; Seeufer, Flüsse, Sümpfe, niedriger Höhenlagen, warme Orte

    Raupenfutterpflanze: ca. 19 Raupenarten, u.a. Weidenröschen-Blattspanner (Ecliptopera silaceata), Faulbaum-Bläuling (Celastrina argiolus)

    Nektarpflanze: 30 Falterarten, u.a. Ameisenbläuling (Maculinea spec., stark gefährdet), Großer Feuerfalter (Lycaena dispar)

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    Zitterpappel

    Populus tremula

    Familie: Weidengewächse – Salicaceae

    Merkmale: bis 25 m hoch werdender Baum mit typisch im Wind flatternden, runden Blättern; Blüten sitzen in 5-10 cm langen Kätzchen

    Standort: gewässernahe Standorte, aber auch trockene Böden

    Nektarpflanze: –

    Raupenfutterpflanze: Großer Eisvogel (Limenitis populi), Kleiner Schillerfalter (Apatura ilia), Nachtschwalbenschwanz (Ourapteryx sambucaria), Pappelspanner (Biston strataria) oder Hornissen-Glasflügler (Sesia apiformis)

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    Spitzwegerich

    Plantago lanceolata

    Familie: Wegerichgewächse – Plantaginaceae

    Merkmale: lanzettliche Blätter entspringen einer grundständigen Blattrosette; grün-bräunliche Blüten, 2-4mm lang, mit weit herausragenden Staubgefäßen, in einer 1-4 cm langen Ähre am Ende des unverzweigten, blattlosen Stängels angeordnet

    Standort: nährstoffreiche Böden in sonnigen und halbschattigen Lagen

    Nektarpflanze: nein, aber gutes Pollenangebot

    Raupenfutterpflanze: Purpurbär (Diacrisia purpurata), Zimtbär (Phragmatobia fuliginosa), diverse Scheckenfalter

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    Großer Wiesenknopf

    Sanguisorba officinalis

    Familie: Rosengewächse – Rosaceae

    Merkmale: bis 1,5 m hoch, gefiederte Blätter mit gezähnt eiförmigen Blättchen; Blüten dunkelrot bis violett, gelegentlich auch rosafarben, 1-3 cm lange Blütenstände von Juni bis August

    Standort: Moor- und Bergwiesen mit feuchterem Boden

    Nektarpflanze/Raupenfutterpflanze: Dunkler- (Phengaris nausithous) und Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Phengaris teleius)

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    Quellen:

    Was blüht denn da? Kosmos Verlag

    Margot Spohn, Marianne Golte-Bechtle, Roland Spohn

    Blüh- und Zwischenfruchtmischungen – Biodiversität im und am Acker

    Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg

    T.Würfel, I.Ghasemi, G.Schmitz, R.Kern, H.Volz

    Buchquellen für Salix caprea, Origanum vulgare, Eupatorium cannabinum, Urtica dioica:

    Bellmann, Heiko & Ulrich, Rainer (2016), Der Kosmos-Schmetterlingsführer, Stuttgart: Franckh-Kosmos-Verlags-GmbH & Co. KG.

    Lüder, Rita (2009, 2018), Grundkurs Gehölzbestimmung. Eine Praxisanleitung für Anfänger und Fortgeschrittene, 3. Aufl., Wiebelsheim: Quelle & Meyer.

    Schwarzer, Elke (2025), Richtig gute Pflanzen für Insekten. Die besten Blüten für maximal viele Bienen, Schmetterlinge & Käfer, Stuttgart (Hohenheim): Eugen Ulmer KG.

    Settele, Prof. Dr. Josef (2015, 2025), Schmetterlinge. Die Tagfalter und Widderchen Deutschlands, Stuttgart (Hohenheim): Eugen Ulmer KG.

    Schwerdtfeger, Dr. Michael (2024), Nonplusultrapflanzen. Meine 60 wertvollsten Pflanzen für den Insektengarten, Henstedt-Ulzburg: Gesellschaft zur Förderung der Gartenkultur e.V.

     

     

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