Selbstlernexkursion

Ackerwildkräuter

Diese Selbstlernexkursion im Alten Botanischen Garten umfasst Artensteckbriefe und Detailfotos zu ausgewählten Ackerwildkräutern.

 

Ackerwildkräuter

Sie bilden einen bunten Mix aus verschiedenen Pflanzen mit ganz unterschiedlicher Herkunft. Gemeinsam ist ihnen, dass sie ihren ursprünglichen Lebensraum für ein Leben auf Äckern und Feldern eingetauscht haben.

Die meisten Ackerwildkräuter sind konkurrenzschwach. Ideal also, dass der Mensch ihre Konkurrenten aus dem Weg räumt, indem er Äcker regelmäßig bearbeitet. Besondere Strategien helfen ihnen sich im Acker zu behaupten. Die Samen mancher Arten können Jahrzehnte im Boden überdauern und auf günstige Bedingungen warten. Bei anderen überschneidet sich die Samenreife mit der der Kultur, in der sie stehen. Bei der Ernte gelangen ihre Samen so ins Saatgut fürs nächste Jahr und damit wieder aufs Feld.

 

 

Viele Ackerwildkräuter sind durch die Intensivierung der Landwirtschaft vom Aussterben bedroht. Hauptgründe sind chemische Unkrautbekämpfung, dichte Kulturen und Saatgutreinigung, bei der Beikrautsamen entfernt werden. Dabei sind nur 20 von 350 Arten so konkurrenzstark, dass sie tatsächlich zu nennenswerten Einbußen beim Ertrag führen können.

Für viele Insekten, aber auch Vögel gehen so wertvolle Nahrungsquellen verloren.  Zeit also umzudenken und die Vielfalt unserer Ackerwildkräuter zuzulassen und neu zu entdecken!

1 Acker-Witwenblume

Knautia arvensis

Sie gehört innerhalb der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) zur Unterfamilie der Kardengewächse (Dipsacoideae). Andere Namen sind Nähkisselchen, Wiesen-Witwenblume oder -Wiesen-Skabiose, wegen ihrer Ähnlichkeit mit den Skabiosen. Man findet sie häufig am Feld- und Wegesrand.

Bestimmung: Knautia arvensis ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die 30 – 80cm hoch wird. Ein Rhizom dient ihr als Speicherorgan aus dem sie im Frühjahr wieder austreiben kann.

 

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2 Acker-Senf

Sinapis arvensis

Er gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Unter anderem wegen seiner Verwandtschaft mit dem Weißen Senf (Sinapis alba), den wir als eigentlichen Senf kennen, wird er auch Wilder Senf genannt. Der ebenfalls gebräuchliche Name Falscher Hederich weist auf die Verwechslungsgefahr mit dem echten Hederich oder Wilden Rettich (Raphanus raphanistrum) hin, der sowohl weiß als auch gelb blühen kann.

Bestimmung: Acker-Senf kann Höhen von 60 cm und höher erreichen. Eine Pflanze bildet mehrere Stängel aus, die sich direkt am Boden voneinander trennen und dort auch noch dicht behaart sind. Weiter oben können sich die Stängel weiter verzweigen, wobei sich an diesen rundherum bis zur Spitze viele Blüten befinden.

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3 Klatschmohn

Papaver rhoeas

Er gehört zur Familie der Mohngewächse (Papaveraceae). Oft findet man seine roten Blüten in Getreidefeldern. Bekannt ist auch der Schlafmohn (P. somniferum), der zur Gewinnung von Mohnsamen kultiviert wird, aus dessen giftigem Saft man auch Opiate als Medizin oder Rauchopium gewinnen kann.

Bestimmung: P. rhoeas wird zwischen 30 und 90 cm groß und ist gut an seinen großen roten Blüte zu erkennen, die endständig auf einem wenig verzweigten Stängel sitzen. Die Blüte ist vierzählig und besteht aus zwei inneren und zwei äußeren Kronblättern. Die Blütenblätter sind sehr dünn und etwas geknittert. Um die Narbe und die Staubblätter herum sind radiärsymmetrisch vier schwarze Flecken angeordnet, die meist von einem weißen Rand umgeben sind.

 

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4 Acker-Glockenblume

Campanula rapunculoides

Sie gehört zur Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae).
Der Gattungsname Campanula ist eine Verniedlichung des lateinischen Worts Campana für Glocke – es ist also ein Glöckchen.
Der Artname rapunculoides weist auf die Ähnlichkeit zur Rapunzel-Glockenblume (Campanula rapunculus) hin.

Bestimmung: Campanula rapunculoides ist eine ausdauernde Pflanze, die bis zu 80 cm hoch wird.
Die Pflanze besteht aus einem unverzweigten Stängel, mit unpaarigen Blättern, die aufsteigend immer kleiner und dünner werden.
So besitzen die unteren Blätter einen deutlichen Stiel und sehen herz- oder eiförmig aus, während die weiter oben liegenden Blätter am Stängel sitzen und dünn lanzettlich sind.

 

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5 Acker-Vergissmeinnicht

Myosotis arvensis

Es gehört zur Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae) und hat tatsächlich auch recht stark behaarte Blätter. In Deutschland ist es häufig im Acker, am Wegesrand oder auf Brachen zu finden. Am liebsten wächst es auf frischen und nährstoffreichen Lehmböden. Es gibt einige ähnliche Arten derselben Gattung, die aber weniger häufig auftreten.

Bestimmung: Das Acker-Vergissmeinnicht ist eine eher kleinwüchsige meist einjährige krautige Pflanze, die bis zu 40 cm hoch werden kann. Ausnahmeerscheinungen von 60 cm Wuchshöhe sind ebenfalls möglich. Ganz typisch sind die sehr kleinen hellblauen Blüten, die eng bei einander stehen. Im Maximum erreichen sie einen Durchmesser von 5 mm.
Betrachtet man sie genauer, erkennt man, dass die fünf radiärsymmetrischen Kronblätter in der Mitte auf eine schmale Röhre zulaufen, in der sich die Staub- und Fruchtblätter befinden.
Umgeben werden sie von 5 orangegelben Schlundschuppen, die den Weg zum Nektar markieren. Darum liegt ein feiner weißer Kranz, der sich in Strahlen nach außen verliert.

 

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6 Acker-Gauchheil

Anagallis arvensis

Er gehört zur Familie der Primelgewächse (Primulaceae). Andere Namen sind Roter Gauchheil, Hühnerdarm und Weinbergsstern. Die Namen Nebelpflanze und Wetterkraut verdankt er seinem Dienst als Wettervorhersager, wobei sich die Quellen streiten, ob er feuchtes oder trockenes Wetter anzeigt. Tatsächlich hatte er seine Blüten geschlossen, als ich mir vorgenommen hatte, ihn bei strahlendem Sonnenschein zu fotografieren. Ganz im Gegensatz zu seinem Verwandten und Nachbarn im Beet, dem Blauen Gauchheil (Anagallis foemina).

Bestimmung: Anagallis arvensis ist ein kleines ein- bis zweijähriges Kraut, wobei einjährige Exemplare ein kriechendes Wachstum nahe dem Boden haben und Zweijährige auch aufsteigend wachsen können.

 

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7 Einjähriger Ziest

Stachys annua

Er gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Verwandte Arten sind der Acker-Ziest (Stachys arvensis) und der Sumpf-Ziest (Stachys palustris).

Bestimmung: Wie der Name schon verrät ist Stachys annua eine einjährige, krautige Pflanze. Sie wird bis zu 30 cm hoch.
Auf den ersten Blick erinnert sie entfernt an Taubnesseln. Auf den zweiten Blick ist eine Verwechslung aber fast ausgeschlossen.
Die Blätter liegen sich paarig gegenüber und aus ihren Achseln entspringen Verzweigungen.

 

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Quellen

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